Men of the Lights (Männer des Lichts)

Men of the Lights (Männer des Lichts)

Die einzigartige Lebensweise war für die vielen Männer, die unsere Leuchttürme über ein Jahrhundert lang bemannten, sowie für deren Familien, eine anspruchsvolle, lohnenswerte Aufgabe, die viel Geschick erforderte. Obwohl in den 1980er-Jahren technologische Fortschritte zur Automatisierung von Leuchttürmen führten und den Bedarf der Bemannung senkten, locken uns die Geschichten der Männer, die das Leuchtfeuer wahrten, auch heute noch zu diesen Küstentürmen. Die letzte Leuchtturmautomatisierung an diesen Küsten fand 2012 statt.

Wache halten

In unserem hektischen Zeitalter mit Dauer-Online-Zustand wird das isolierte Leben an der Küste mit seiner atemberaubenden Kulisse schnell romantisiert. Natürlich gab es damals schöne Zeiten, aber eben auch viele Naturgefahren – nicht zu vergessen die unendliche Eintönigkeit des Arbeitsalltags. Daher verwundert es nicht, dass ehemalige Leuchtturmwärter behaupten, es brauche ein „besonderes Gemüt“, um es auf einer Leuchtturmstation mit der Enge und unausweichlichen Gesellschaft von vielleicht nur ein oder zwei Männern wochenlang auszuhalten!

Tag und Nacht im Dienst

Leuchttürme hatten wie ein Uhrwerk zu laufen und mussten akribisch genau und präzise funktionieren. Normalerweise war ein Turm von drei Wärtern bemannt, die sich die Wachen in sechs vierstündige Schichten einteilten. Die Aufgabe des diensthabenden Leuchtturmwärters bestand hauptsächlich natürlich darin, das „Leuchtfeuer zu wahren“, wie es in den Regeln und Bestimmungen heißt. In den Tagen der Paraffindampflampen bedeutete dies, sich um das Licht der Leuchtturmlaterne zu kümmern und den Rotationsmechanismus regelmäßig zu kurbeln, der für die Lichtblitze zuständig war. Nachdem Leuchtfeuer und Rotationsmechanismus elektrisch betrieben werden konnten, wurde das Leben auf dem Turm wesentlich leichter. Die Wärter konnten die Nacht nun in der Lotsenwachstube oder der Küche verbringen und ein Auge auf die Prüflampe des Leuchtfeuers haben.

Nebelwache

Nebelbänke stellen in der Schifffahrt eine große Gefahr dar und erfordern die besondere Aufmerksamkeit der Wärter. Wenn Nebel aufzog, wurden die Wachen verdoppelt, wobei ein Wärter das Nebelsignal betätigte und der andere sich um das Licht kümmerte. Bei besonders starkem Nebel ließ der Wärter das Nebelsignal ertönen, indem er einen Sprengkörper abfeuerte oder eine Sirene einschaltete.

Ordnung ist das halbe Leben

Die Leuchttürme wurden immer makellos sauber gehalten. In echter maritimer Manier musste immer alles „shipshape“ (wörtlich „Schiffsform“, übersetzt „tipptopp“) sein. Neben ihren Wärterdiensten hatten Leuchtturmwärter auch viel „Hausarbeit“ zu erledigen, beispielsweise Laternengehäuse reinigen, Linse und Laternenglas polieren, Motoren prüfen und warten, streichen, Bootanlegestellen und Stufen algenfrei halten – vom Sauberhalten der Unterkunft ganz zu schweigen.

Während für die Wärter das Leuchtfeuer und weitere Navigationshilfen oberste Priorität hatten, mussten sie auch das Wasser und die vorbeifahrenden Schiffe im Auge behalten. Die Wärter wurden sogar von Ehefrauen der Fischer kontaktiert, um den Verbleib ihrer Männer auf See zu erfragen!

Auszeit

Normalerweise war jeder Mann sechs Wochen am Stück am Leuchtturm und hatte anschließend zwei Wochen frei. Auf Leuchttürmen auf Inseln und entfernten Landzungen (wie Clare Island, Loop Head, Valentia Island oder Fanad Head) sahen sie während dieser Zeit nur andere Wärter und die Besatzung des Versorgungsbootes. Das Getrenntsein von der Familie war nicht immer einfach. In Ballycotton in East Cork standen die Familien der Wärter sogar am Kai, um zu bestimmten Zeiten vom Festland aus ihren Vätern zuzuwinken.

Nahrungsmittel

Wo immer möglich, hatten die Wärter einen Garten und hielten vielleicht ein paar Hühner. Frisches Gemüse und Eier waren eine willkommene Abwechslung zu getrockneten Nahrungsmitteln und Konserven.

Hochsee-Leuchttürme erhielten am „Ablösungstag“ (Schichtwechsel der Wärter) ein frisches Proviantpaket. Das hing natürlich vom Wetter ab! Manchmal kam ein Versorgungsboot Tage oder sogar Wochen später an. Daher mussten die Männer einen großen Proviantvorrat an der Station haben.

Heute

Heute sind noch 70 Leuchttürme auf der irischen Insel in Betrieb. Zwölf davon sind Teil der Great Lighthouses of Ireland und über die Küsten Irlands und Nordirlands verstreut. Sie zeugen von den Leuchtturmwärtern und deren stolzer, unerschütterlicher Tradition, sich ganz der Sicherheit auf hoher See zu verschreiben.

Gewinnen Sie in einem der Great Lighthouses of Ireland einen Eindruck vom Leben als Leuchtturmwärter. In vielen der Leuchttürme wurden die ehemaligen Häuser der Leuchtturmwärter zu gemütlichen, charakteristischen Gästeunterkünften umgebaut.

Erfahren Sie, wie Sie Ihre eigene unvergessliche Übernachtung am Leuchtturm erleben können. Von Ausflügen zur Küstenstraße Wild Atlantic Way bis zur Schönheit von Irlands historischem Osten – Ancient East – das Leben der Küste ruft!

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